• Beitrags-Kategorie:Der Hund

 

 

Die Hundeleine hat bei vielen Hundehalterinnen und Hundehaltern einen schlechten Ruf. Aus unserer Sicht verhält es sich mit der Leine, wie so oft im Leben, nämlich mit dem Blickwinkel aus der wir das jeweilige Problem sehen.

Die Leine hilft uns den Hund sicher überall mit hinzunehmen, ob es nun an belebten Orten ist oder an stark befahrenen Straßen. Sie schützt den Hund aber auch vor übergriffigen Menschen oder ungewünschten Hundekontakten. Die Leine stellt die Nähe zwischen Hund und HalterIn sicher, gerade in den Anfängen der Beziehung und sollte als Schutzbereich gesehen werden. Durch die unmittelbare Einwirkung des Menschen, kann dieser sich vor den Hund stellen und ihn somit vor vielen gruseligen Situationen schützen. Gleichzeitig haben wir über die Leine die Möglichkeit, den Hund an für ihn schwierigen Situationen, wie andere Hunde, fremde Menschen oder was auch immer den Hund gruselt, souverän vorbeizuführen. Der Hund sollte dabei auf die andere Seite des Menschen geführt werden. Dies vermittelt dem Hund, dass man als Halterin, als Halter, alles im Griff hat und sich um die jeweilige Situation kümmert, einschätzt und bewältigt. Das wiederrum stärkt das Vertrauen und fördert eine gute Beziehung zu seinem Hund. Hunde sind Meister im Lesen unserer Signale, wie Körpersprache, die Stimmung sowie das gesamte Auftreten. Führt man einen Hund, ist es wichtig sich über die eigene innere Einstellung im Klaren zu werden. Daher ist es so, dass die Leinenführigkeit bereits zu Hause, in unseren Köpfen beginnt. Wir benötigen dazu eine innere Gelassenheit und eine mentale Stärke, damit wir auch schwierige Situationen für unseren Hund lösen können, ohne hektisch, hysterisch und kopflos zu reagieren. Diese Stimmung überträgt sich auch auf den Hund und er lernt somit Dinge, die uns vielleicht nicht gefallen.

Es gibt Studien dazu, dass es zu Beginn des Spaziergangs wichtig ist, nach dem Verlassen des Hauses oder des Kofferraums, etc. den Hund anzusprechen und Blickkontakt einzufordern. Das „Wir sind gemeinsam draußen“ beginnt bereits ganz am Anfang der jeweiligen Unternehmung mit dem Hund.

 

 

Demnach sollte man dieser augenscheinlichen Kleinigkeit besondere Aufmerksamkeit zuwenden. BesitzerInnen merken oft nicht, dass der Hund beim Aussteigen aus dem Auto bereits mit all seinen Sinnen damit beschäftigt ist voraus zu denken. Der Hund kratzt aufgeregt an der Kofferraumklappe herum und hektisch darauf wartet, dass ihm die Tür geöffnet wird und er wie der Blitz aus dem Auto schießen kann. Dabei reißt er demjenigen der die Leine hält, dass Schultergelenk aus und/oder heftet seine Nase direkt auf dem Boden, oder der Hund sieht einen anderen Hund und zerrt an der Leine, weil er zu dem anderen hin will. Hier wäre der Zeitpunkt günstig entsprechend zu korrigieren. Viele BesitzerInnen legen sich Ausreden parat wie, er musste ja so dringend oder er wollte doch nur mal schnüffeln. Solch ein Verhalten bedeutet gegenüber der/dem HalterIn, vollkommene Respektlosigkeit. Aus Sicht des Hundes ist er  ein lästiges Anhängsel. Hier wäre es so wichtig dafür zu sorgen, dass der Hund in einem ruhigen Zustand und langsam aus dem Auto steigt.

Losgelöst davon, sind solche Aktionen schmerzhaft und gefährlich.

 

 

Das Anleinen, wie auch den Start zu einem Spaziergang, kann man zu einem schönen Ritual gestalten, indem man Körperkontakt einfordert, mit dem Hund schmust, ihn anspricht. So ist der Akt des Anleinens für beide positiv belegt, vorausgesetzt, der Hund ist in der Lage solche Berührungen entsprechend positiv einzuordnen. Dann geht man aufrecht, die Hände am Körper, um unnötiges Rumfuchteln zu vermeiden und erhobenen Hauptes los. Ruhig und ohne Hektik.

Ist man am Anfang einer Beziehung zu seinem Hund, sollte das Umfeld, in dem der Hund lernen soll an lockerer Leine zu laufen ruhig und reizarm sein. Das kennen wir doch auch von uns. Wenn wir lernen wollen, ziehen wir uns an einen ruhigen Ort zurück und lernen nicht da, wo Lärm und Radau ist.

Das Bild von der Leinenführigkeit demonstriert eine innige Verbundenheit und Orientierung aneinander. Hat man eine gute Leinenführigkeit etabliert, ist dies auch ohne Leine möglich und kann sie bei Bedarf vom Hund auch einfordern, wie z.B. hier auf dem Bild, an uneinsichtigen Wegbiegungen. Man bewahrt den Hund vor möglichen Gefahren, da man das Gelände nicht einsehen kann und gleichzeitig übernimmt man Verantwortung für seine Umwelt. Auch wenn es für uns Hundehalterinnen und Hundehalter völlig unverständlich ist, es gibt Menschen die Angst vor Hunden haben und unsere Leidenschaft zu ihnen nicht teilen und/oder schlechte Erfahrungen mit Hunden gemacht haben.

Um eine nachhaltige Leinenführigkeit beim Hund zu etablieren, ist es ratsam auf unterschiedliche Belohnungsprinzipien zurückzugreifen. Das bedeutet, man wechselt die Richtung, mal ignorant, mal über eine Futterbelohnung, über ein freundliches Wort und Körperkontakt. Der Hund sollte von seinem Menschen als Führungsperson überzeugt sein und sich nicht freiwillig zum Futterautomaten degradieren lassen. Leinenführigkeit hat nichts mit Dressur zu tun, sondern ist ein sozialer Vorgang.

Erst wenn dies gut klappt, steigert man die Ablenkungen nach und nach. Aber auch hier ist es wichtig, geduldig mit sich und seinem Hund zu bleiben. Im Zweifel ist es hilfreich eine kompetente Hundetrainerin/einen kompetenten Hundetrainer zu Rate zu ziehen. Es hat auch den Vorteil, dass eigene Verhalten zu reflektieren und zu analysieren, auch mit Hilfe von Videoanalysen können so Fehler in der Körpersprache des Menschen aufgedeckt und entsprechend korrigiert werden. Manchmal sind es nur Kleinigkeiten die verändert werden sollten, manchmal muss man aber auch das gesamte Bild, bzw. die Beziehung auf andere Füße stellen.

Es braucht aber auch einfach liebevolle Konsequenz und Geduld. Je weniger Verbissenheit beim Menschen vorliegt, man Spaß am Umgang mit seinem Hund hat, je schneller wird es Erfolge geben.

Immer geht es um gute Qualität in der Beziehung zum Hund, nicht um Quantität.

Das Team von Verständigung zwischen Mensch und Hund hilft gern weiter.

 

Mail: [email protected]

Tel. 0171/4182407

Menü schließen