• Beitrags-Kategorie:Der Hund

Als langjähriger Hundebesitzer, kann ich nur sagen, meine Hunde dürfen das und ich finde nichts gemütlicher als zwischen zwei schlafenden Hunden fernzusehen, zu lesen oder einfach nur zu relaxen. Es fördert die Bindung zum Hund und stärkt das Vertrauen. Für mich gibt es nichts friedlicheres als einen schlafenden Hund zu beobachten, wie seine Lefzen zucken, seine Pfoten in der Luft laufen oder er prustend und leise bellend den Tag noch einmal mit all den Eindrücken verarbeitet.

Leider hält sich nach wie vor hartnäckig die allgmeine Meinung, dass ein Hund, der auf der Couch, das Bett oder dem Sessel liegt, somit einen erhöten Platz einnimmt, seinen Besitzer dominiert, dadurch also die gesamte Weltherrschaft an sich reisst und Probleme in der Mensch-Hund-Beziehung entstehen können oder entstanden sind. Ich löse auch kein „Jagdproblem“ oder ein „Leinenziehproblem“ damit, den Hund von der Couch zu verbannen. Das Sofa ist die eine Sache, Erziehung die andere. Würden meine Hunde mir unmissverständlich klar machen, dass ich auf der Couch nichts zu suchen habe, hätten wir sicherlich Gesprächsbedarf. Ab einem gewissen Alter ist es für die Bandscheiben auch nicht mehr förderlich, sich einen Film vom harten Fußboden aus anzuschauen oder die Couch als Bett zu nutzen, wenn mein Hund mir zähnefletzschend klar macht, dass ich im Bett nichts zu suchen habe. In so einem Fall liegen die Probleme auf der Beziehungsebene und wird nicht damit gelöst, dass ich meinem Hund mein Bett oder mein Sofa überlasse. Hier ist echter Handlungsbedarf gegeben.

Wie bei vielen anderen Aussagen auch, ist die Frage also nicht klar mit Ja oder Nein zu beantworten. Habe ich kein Problem mit meinem Hund, habe ich auch kein Problem auf der Couch. Habe ich aber ein Problem mit meinem Hund, sollte ich mir Gedanken darüber machen, ob er weiterhin dort liegen darf oder nicht. Den Hund auf die Couch zu lassen führt also nicht dazu, dass er die Weltherrschaft an sich reisst, kann aber im schlimmsten Falle dazu beitragen, dass er sich fühlt als habe er sie inne und erklärt gewisse Dinge einfach mal zur Tabu-Zone.

Nach einem stressigen Tag entspannt auf der Couch zu liegen und sich auszuruhen ist sehr erholsam und da man ab und zu auch gern mal seine Arme und Beine ungehindert ausstrecken möchte, steht dem nichts im Wege, den Hund auch durchaus mal in sein Körbchen oder auf die Decke zu schicken. Das schadet der Beziehung zum Hund nicht, er hat uns dadurch auch nicht weniger lieb und wir sind auch nicht inkonsequent in unserem Verhalten. Respektvolles Verhalten ist eine wichtige Grundlage in der Mensch-Hund-Beziehung.

Ilona Lindner

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